Autor Thema: Homöopathie  (Gelesen 28871 mal)

Offline Micha

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Homöopathie
« Antwort #15 am: April 03, 2006, 13:46:07 »
Hallo Gabi,

hat Dir der THP das Mittel gegeben einfach lt. der Diagnose SE, oder hat er dazu eine Anamnese gemacht? Galphimia glauca ist ein neues Mittel, das im Humanbereich zu Behandlung des Heuschnupfens eingesetzt wird.
Auch bei allerg. Asthma bronchiale. Wie oft sollst Du das Mittel denn geben? Eine C200 ist eine Hochpotzenz, die auf keinen Fall täglich gegeben werden soll. Ab der C30 werden die Mittel in der Regel, gerade bei chron. Erkrankungen, als Einmalgabe verabreicht. Bei täglicher Gabe besteht die Gefahr, egal ob das Mittel passt oder nicht, dass man dem Patienten Prüfsymptome aufsetzt. D.h. Dein Pferd würde Symptome entwickeln, die das Mittel hat. Und das ist oft nicht angenehm. Es gibt Mittel, die werden oft nach bewährten Indikationen gegeben. Bei Cardiospermum ist das das Gleiche. Cardiospermum ist auch ein "Heuschnupfenmittel". Bis jetzt habe ich noch von niemanden gehört, bei dessen Pferd Cardiospermum Erfolg brachte.  Das soll jetzt aber nicht heißen, dass Galph. nicht zum Erfolg führen könnte.
Macht Dein THP klassische Homöopathie? Ich denke er wird sich bei dem Mittel schon das Richtige gedacht haben.
Ich frage deswegen, weil ich mich schon lange intensiv mit der klass. Hom. beschäftige und meinen Ekzemer inzwischen geheilt habe.

Alles Gute

Micha
Brilliant, ca. 15 Jahre, POA, Schimmel, SE seit 2001, Behandlung: klassische Homöopathie, steht im Offenstall in Bayern.

Offline chipper

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Homöopathie
« Antwort #16 am: April 06, 2006, 15:43:38 »
Danke für die Information...ich habe es meinem Pferd nicht gegeben, da er noch nicht wetzt und ich auch El Nino bestellt habe und mit der Kräuterflüssigkeit angefangen habe. Das Mittel bekam ich von einem Tierheilpraktiker, der eigentlich durch Kinnesologie Chippers Blockade gelöst hat. Anbei gab er mir die Globolie. Sollte am ersten Tag 10 dann jeden 2. Tag fünf geben. Na da hätte ich ja was schönes angerichtet. Wenn ich wieder Kontakt mit ihm habe, werde ich ihn darauf ansprechen.!

Liebe Grüße Gabi
Chipper, *28.03.1994 Haflingerwallach - Haltung: Weide/Paddock in Oberbayern/wird täglich bewegt - SE seit ca.10 Jahren - SE Behandlung: Ökozon 5/Derfen

Offline Micha

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Homöopathie
« Antwort #17 am: April 08, 2006, 09:39:45 »
Hallo Gabi,

jetzt muss ich nochmal nachfragen. Hat der THP Galph. auch kinesiologisch ausgetestet? Wenn ja, ist bestimmt was dran. Ich selber habe mit Kinesiologie überhaupt keine Erfahrung. Ich suche die Mittel immer nach der klass. hom. Methode. Ich bin gespannt, was er sagt, wenn Du ihn auf die häufigen Gaben ansprichst. Auch die Dosierung einmal 10 Globulis und dann 5 Globulis kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Eigentlich gibt man immer 3-5 Globulis. Egal ob Tier oder Mensch, ob groß oder klein. Es geht dabei ja nur um die Information und nicht um die Menge. 3-5 Globulis gibt man, um einen Blindgänger zu vermeiden. Im Grunde würde schon ein Globuli reichen. Ich möchte aber betonen, dass ich auf gar keinen Fall, Deinem THP die Kompetenz absprechen möchte.
Es gibt so viele alternative Heilmethoden, man kann als HP oder THP nicht alle beherschen. Meist bleibt man bei einigen wenigen und hat damit dann auch Erfolg. Viele setzen Homöopathika ein, auch wenn sie keine klass. Hom. machen. Homöopathie und klass. Homöopathie ist schon ein Unterschied.
Ganz am Anfang, als ich angefangen habe, meinen Ekzemer homöopathisch zu behandeln, war ich auch noch ein totaler Laie. Ich habe zuerst mit Alleosal und Dermisal angefangen. Dermisal ist ja Sulfur C30.
Damit habe ich meinen Ekzemer in eine heftige Verschlimmerung gebracht, die den ganzen Sommer angehalten hat.  
Als ich dann das richtige Mittel für meinen Ekzemer gefunden hatte, konnte man der Heilung innerhalb einer Woche zusehen. Ich habe das Mittel nur ein einziges Mal gegeben. Nach geraumer Zeit musste es wiederholt werden, aber erst, als die Wirkung der ersten Gabe nachlies.
Das SE homöopathisch zu behandeln ist sehr, sehr schwer. Aber es geht.
Wenn es bei mir nun letztes Jahr nicht geklappt hätte, hätte ich auch El Nino eingesetzt. So wie sich die Berichte hier anhören, ist es eine ptimale Behandlung. Den Pferden geht es gut und auch den SE-Besitzern.

LG Micha
Brilliant, ca. 15 Jahre, POA, Schimmel, SE seit 2001, Behandlung: klassische Homöopathie, steht im Offenstall in Bayern.

Offline chipper

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« Antwort #18 am: April 09, 2006, 14:14:06 »
Hallo Micha.....leider hat er chipper nicht getestet sondern mir einfach die globolie nach kurzem erwähnen, dass er ekzemer ist, in die hand gedrückt mit der genannten dosierungsweise. da ich frühers einen hausarzt hatte, der die klassische homöopathie beherrschte und uns mit großen erfolg (tochter hatte krupp) behandelte, bin ich von ihr überzeugt. Hätte ich hier nicht el nino entdeckt, würde ich meinen damaligen hausarzt (nimmt nur noch privatpatienten) fragen, ob er chipper mal ausgetestet hätte.
alleosal/dermisal, sulfur c 30 in tablettenform, traumeel gekoppelt mit eigenblut gespritzt, half nix.
würdest du mir verraten, mit welchen globolie du zum erfolg bei deinem pferd kamst?
lg Gabi
Chipper, *28.03.1994 Haflingerwallach - Haltung: Weide/Paddock in Oberbayern/wird täglich bewegt - SE seit ca.10 Jahren - SE Behandlung: Ökozon 5/Derfen

tine

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« Antwort #19 am: April 09, 2006, 18:51:24 »
hallo! hatte vor kurzem schon mal gefragt, ob jemand gute oder auch schlechte erfahrungen mit dem kräuterauszug Animal Biosa gemacht hat. würde mich freuen, wenn sich jemand melden würde! gruß, tine

skjanni

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« Antwort #20 am: April 10, 2006, 07:23:29 »
@ tine
Sorry, das Mittel kenne ich nicht, bin aber neugierig!
@Micha
Auch super neugierig bin und nach dem Mittel fragen möchte!!!!
LG  Iris

Offline Micha

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« Antwort #21 am: April 10, 2006, 13:22:02 »
Hallo Gabi, Hallo Iris,

ich habe meinem Ekzemer Arsenicum album C30 gegeben.
Nach geraumer Zeit musste ich es ja wiederholen und bin auf die C200 gegangen. Natürlich ist das nicht bei jedem Ekzemer DAS Mittel. In der klass. Hom. wird ja für jeden Patienten das für ihn passende Mittel gesucht.  Gerade bei chron. Erkrankungen ist es auch nicht einfach, den Heilverlauf zu beurteilen. Am besten ist natürlich wenn ein klassisch homöpathisch arbeitender Tierarzt oder Tierheilpraktiker  sich den Fall ansieht. Dieser wird sich dann nicht nur für das SE interessieren, sondern das ganze Pferd betrachten. Besonders wichtig sind auch Vorgeschichte, durchgemachte Erkrankungen, Impfungen und Verhaltensweisen.
Aber Gabi weiß das ja. Typisch für Ars. alb. sind Ruhelosigkeit, Verschlimmerung in der Nacht, besonders nach Mitternacht. Anschwellen der betroffenen Stellen, tocken und schuppig. Besserung durch Wärme.
Ich habe Ars. lange nicht eingesetzt, wegen der Besserung durch Wärme.
Bei warmen Wetter fliegen ja die Kriebels. Mir ist dann aber aufgefallen, dass mein Pony sich an Regentagen oder nach Regenschauern extrem gekratzt hat. Und so habe ich dann Ars. alb. eingesetzt. Man sieht, es ist gar nicht so einfach, man muss auf die kleinsten Dinge achten.

LG Micha
Brilliant, ca. 15 Jahre, POA, Schimmel, SE seit 2001, Behandlung: klassische Homöopathie, steht im Offenstall in Bayern.

Offline Micha

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Homöopathie
« Antwort #22 am: Mai 05, 2006, 15:23:25 »
Hallo Pia,

ich schreibe jetzt mal hier unter Homöopathie weiter, ich finde es passt hier besser.

Jetzt muss ich ein wenig ausholen. Als ich Deinen Beitrag gestern gelesen habe, dachte ich gleich, dass Du THP bist. Wegen "ich habe akupunktiert und wegen der C1000". Da ich mich schon einige Jahre mit klass. Hom. beschäftige, habe ich gleich geantwortet. Erst danach habe ich mir Dein Profil angesehen und einen Blick auf Deine HP geworfen.  Da musste ich doch sehr schmunzeln. Wir haben kleine Gemeinsamkeiten. Ich habe zwar nicht Medizin studiert, bin aber seit 20 Jahren Arzthelferin. Zur Tiermedizin und letztendlich dann zu Hom. kam ich, weil wir Ponies, Ziegen, Hund und Katze vom Tierschutz übernommen haben. Auch habe ich eine Ausbildung zur THP begonnen, im Fernstudium.
Das mache ich eigentlich nur, um meinen Tieren helfen zu können. Sollte ich es dann mal zum Abschluss schaffen, könnte sich ja noch mehr daraus entwickeln. Immerhin bin ich schon soweit, dass ich die meisten Sachen meiner Tiere schon selber diagnostizieren kann. Wenn ich mir nicht sicher bin, frage ich meinen Supertierartz. Die Diagnosen wurden mir bis jetzt immer richtig bestätigt. Zum Glück sind es immer nur kleine Wehwechen.
Das was ich über die klass. Hom. weiß, habe ich mir selber erarbeitet.
Ich habe mir einiges an Fachliteratur zugelegt. Z.B. Syn. Rep., Boericke,
Steingassner, Millemann...., ach ja, das Organon fehlt auch nicht.

Nun zu Deiner Frage. Das Pony hatte außer dem SE noch nie eine Erkrankung. Aber ist denn nicht schon die Behandlung des SEs eine Konstitutionsbehandlung? Ich denke schon. Es war ein langer Weg, bis ich auf Ars. alb. kam. Das hat aber innerhalb einer Woche das SE abheilen lassen. Am Auffälligsten war aber die Besserung der Psyche. Das Pony wurde ruhig und war nicht mehr hektisch wenn die Mücken flogen. Wollte er  sonst ab ca. 16 Uhr in den Stall, bekam ich ihn nicht mehr von der Weide. Nach ca. 35 Tagen nach der ersten Gabe C30, kamen die Hautsymptome zurück, die Psyche blieb weiter stabil. Nochmal die C30, keine Verbesserung, danach die C200, wieder Besserung. Nachdem die C200 nicht mehr die durchschlagende Wirkung hatte, habe ich sie mit der Fläschchenmethode gegeben. Das war der Durchbruch. Bis auf einige Stellen an den Ohren, die das Pony aber weiter nicht störten, blieb er den ganzen Sommer symptomfrei. In dem Fall finde ich die Fläschchenmethode genial, man kann es nach Bedarf steuern.
Dieses Jahr habe ich mir ein neues Fläschchen angesetzt. Vor zwei Wochen bekam mein Pony die ersten Stellen. Insgesamt vier dicke Stiche am Mähnenkamm und an der Schweifrübe. Seit dem gebe ich die Tropfen zweittäglich drei Tropfen. Bis jetzt keine Anzeichen vom SE. Auch habe ich das Gefühl, dass er den Fellwechsel dieses Jahr ruckzuck durch hatte.
So schön wie dieses Frühjahr fand ich ihn noch nie:-).

Ich finde es klasse, nun noch jemanden hier zu haben, der in der klass. Hom. bewandert ist. Ich finde es immer so schwierig den Unterschied zwischen Homöopthie und klass. Homöopathie zu erklären.
Leider sind die meisten Menschen immer noch der Meinung, Homöopathie schadet nicht und es wird mit Mitteln nur so um sich geworfen. Ich kann es ja keinem Verdenken, es gibt einfach zu wenig Aufklärung. Ich habe es aber erlebt, wie es sein kann, wenn ein Mittel zu oft und zu unrecht verabreicht wird. Das war Sulfur C30 in meinen laienhaften Anfängen.
Seit dem habe ich einen Heidenrespekt vor Sulfur. Generell bin ich sehr vorsichtig, bei der Mittelgabe.
Im Humanbereich habe ich auch einen rießen Erfolg zu verbuchen. Das finde ich genauso schön, wie den Erfolg beim SE. Meine Schwiegermutter litt seit Jahren unter Fibromyalgie. Niemand konnte ihr helfen. Sie bekam alles, angefangen bei Schmerzmitteln bis hin zu Psychopharmaka. Sie bat mich, es doch mal bei ihr zu versuchen. Schon die erste Gabe Lyc. C30
war ein Erfolg. Nun ist sie seit mehr als zwei Jahren beschwerdefrei.

Wie verabreichst Du denn den Tieren die Globulis? Den Pferden löse ich 3-5 in einer Einmalspritze auf und gebe sie ihnen so ins Maul. Bei Hund und Katz gebe ich sie trocken. Machst Du einen Unterschied bei der Dosierung je nach Größe des Tieres? Ich nicht. Ich lese nur immer, dass den Leuten die Dosierung so mitgeteilt wird, z.B. Hunde 2-3 Globulis, Pferden 10-15. Es geht doch nur rein um die Information. Da  spielt die Menge eigentlich keine Rolle. Es kann doch auch sein, dass ein Patient sehr empfindlich reagiert, da kann dann eine so große Gabe schon zu viel sein. Meines Wissens gibt man 3-5, um einen Blindgänger zu vermeiden. Im Grunde würde doch eines schon reichen.
Du kannst mich gerne eines Besseren belehren, sollte ich falsch liegen.
Arbeitetst Du auch mit D-Potenzen? Ich mache nichts unter der C30.
In akuten Fällen gebe ich die C30 verkleppert.
Woher beziehst Du Deine Mittel? Ich verwende keine Mittel von der DHU. Mir wurde schon berichtet, dass einige Hochpotzen von der DHU nicht wirken. Ich beziehe meine Mittel über eine Apotheke, die wiederum bekommt die Mittel aus Belgien.
Gerade hier in der Rubrik habe ich schon meinen Senf dazugeben und versucht den Foris ein wenig was zu erklären. Ich erschrecke immer ziemlich, wenn angeraten wird, Hochpotenzen (ab der C30) über einen längeren Zeitraum tgl. zu geben.
So, das war aber jetzt ziemlich lang.

Ich freu mich schon auf eine Antwort.

LG Micha
Brilliant, ca. 15 Jahre, POA, Schimmel, SE seit 2001, Behandlung: klassische Homöopathie, steht im Offenstall in Bayern.

Fjordyforever

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« Antwort #23 am: Mai 06, 2006, 18:08:53 »
Hallo ihr Lieben  :winke:

Ich finde es prima, dass sich hier ein paar ( angehende ) Heilpraktiker eingefunden haben und vielleicht könnt ihr zum Folgenden ja ein paar Infos beisteuern :

Letztes Jahr bin ich auf ein Komplexmittel namens URITCA PENTARKAN aufmerksam geworden, jedoch kam ich nicht mehr dazu, es auszuprobieren - die Saison war fast vorbei und wir hatten mit der Ekzemerdecke auch keinerlei Probleme mehr. Im Winter bekam eine Freundin von mir einen juckenden Hautausschlag bedingt durch eine Allergie und ihre HP empfahl ihr eben dieses U.P. , was eine sehr gute Wirkung bei ihr erzielte.

Wäre das Mittel also nicht auch etwas für einen Ekzemer um den Juckreiz abzustellen oder zu lindern ?

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann ist es von der DHU und man findet es auch auf deren HP unter den Komplexmitteln.

Ich würde mich freuen, wenn ihr dazu etwas schreiben könntet

liebe Grüsse

Gaby

Offline Micha

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Homöopathie
« Antwort #24 am: Mai 07, 2006, 10:19:55 »
Hallo Gaby,

wie Du schon schreibst, handelt es sich hier um ein Komplexmittel.
Ich persönlich mag die Komplexmittel gar nicht. Die klassische Homöopathie arbeitet mit Einzelmitteln, d.h. es wird ein Mittel, das genau für den Patienten (egal ob Mensch oder Tier) ausgesucht ist, gegeben.
Bei den Komplexmitteln musst Du Dir das etwa so vorstellen, als würde mit einer Schrottflinte geschossen, ein Mittel wird schon treffen.
In Urtica pentarkan sind vier Mittel enthalten, Urtica urens D2, Calcium carbonicum D6, Dulcamara D2, Apis mell. D2.  Die Mittel haben schon alle eine Beziehung zur Haut.  Ganz wichtig beim Verscheiben eines Mittels sind aber auch die Verhaltenssymptome, Modalitäten, Vorlieben usw.. Man kann also nicht einfach ein Mittel geben, nur weil es evtl. bei Allergien eingesetzt wird. Die Homöopathie funktioniert nicht so, bei Krankheit A gibt man Mittel X, bei Krankheit B gibt man Mittel Y. Die Komplexmittel machen sich besonders die Schulmediziner zu nutzen, sie haben nicht die Zeit und oft auch nicht die Geduld, den Patienten stundenlang zu befragen und dann auch noch Stunden damit zu verbringen, das richtige Mittel zu finden. Also verwenden sie Komplexmittel.

Urtica urens: Nesselausschläge, Brennen, Jucken, Ameisenlaufen. Reichlicher Schweiß, welcher erleichtert, aber einen scharfen Geruch hat.

Calcium carbonicum: Unheilsame Haut mit einer Neigung zu Eiterungen.

Dulcamara: Wiederholte Furunkulose, struppiges Fell, juckende Ekzeme,
Pusteln, Neigung zu Eiterungen, diffuse juckende Urticaria, Ameisenlaufen,
Tiere beißen sich wie verrückt an allen möglichen Stellen, Wärme verschlimmert. Dulcamara ist häufig im Herbst angezeigt, warme Tage, kühle Nächte.

Apis mell.: Akut auftetende Schwellung nach einem Wespen- oder Bienenstich. Instenktenstich-Allergien sprechen für Apis, wenn das Bild infiltrierend, ödematös wassersüchtig ist.

Das sind die Hautsymptome der Mittel.

Wichtig bei der Mittelwahl ist z.B. auch die Jahreszeit. Deine Freundin hatte den Ausschlag im Winter, das SE, wie der Name schon sagt, plagt die Pferde aber im Sommer. Gerade die dermatologischen Fälle sind nicht einfach zu behandeln. Da braucht man schon eine genaue Anamnese.

Klar könntest Du das Komplexmittel ausprobieren, es könnte ja sein, dass eines der Mittel passend ist. Ich rate Dir aber davon ab. Nehmen wir mal an, Du gibst jetzt dieses Mittel und es hilft nicht und Du entscheidest Dich,
von einem klass. hom. arbeitenden THP oder TA, das Ekzem behandeln zu lassen. Nun hast Du über einen längeren Zeitraum vier verschiedene Mittel verabreicht. Der THP kann nun nicht mehr beurteilen, ob Symptome zu dem Pferd gehören oder aber durch eines der Mittel aufgesetzt ist.
Und Vorsicht, man kann mit Homöopathie auch unterdrücken. Die Hom.
heilt sozusagen von innen nach außen, wenn man jetzt aber unterdrückt,
kann es sein, dass z.B. die Hautsymptome sogar ganz verschwinden, als Folge aber ein Husten auftritt. Oder die Hautsymptome bessern sich, das Pferd fühlt sich aber im Gemütsbereich viel schlechter.
Wenn Du Deinen Ekzemer homöopathisch behandeln lassen willst, würde ich Dir raten, eine/n THP zu suchen, der klassisch homöopathisch arbeitet.
Du musst darauf achten, dass auf seinem Schlild nicht nur Homöopathie steht, sondern klassische Homöpathie.

Auch wenn hier alle Pferde unter der gleichen Diagnose leiden, nämlich SE, brauchen sie doch alle unterschiedliche Mittel. Du siehst ja, bei meinem Ekzemer war es Arsenicum album, Pia gibt ihrem Graphites.
Die beiden Pferde sind bestimmt im Verhalten usw. grundverschieden, auch wenn sie beide SE haben. Gerade das SE gilt in der Behandlung als sehr schwierig.  

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen. Es wäre schön, wenn Pia auch noch was dazu schreiben könnte. Sie ist ja schon eine Fachfrau, während ich noch mitten drin stecke.

LG Micha
Brilliant, ca. 15 Jahre, POA, Schimmel, SE seit 2001, Behandlung: klassische Homöopathie, steht im Offenstall in Bayern.

Fjordyforever

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« Antwort #25 am: Mai 07, 2006, 14:19:49 »
Ganz lieben Dank, Micha

das war schon seeeehr informativ und gut verständlich, was Du geschrieben hast. Da ich die Wirkung der Homöopathie aus eigener ( positiver ) Erfahrung kennen gelernt habe gehe ich damit recht respektvoll um und bis auf Traumeel nehme ich nichts mehr einfach so hopladihop. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal mit unserer THP in Verbindung setzen, die übrigens - wie von Dir geraten - eine klassische Homöopathin ist. Mal sehen, was sie uns empfiehlt.

liebe Grüsse und nochmals Danke  :bussi:

Gaby

Kabierske

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Homöopathie
« Antwort #26 am: Mai 08, 2006, 19:20:56 »
Hallo Micha,
was ist mir das Herz aufgegangen, bei deinen Berichten! Da muß man also erst im Internet stöbern, um eine Seelenverwandte zu finden!!!! Mir geht es genauso, daß ich "Juckausschlag" bekomme, wenn wahllos mit den Globuli herumexperimentiert wird. Dem Einzelnen kann man kaum einen Vorwurf machen, wenn ich an die endlos vielen Bücher wie" Hom. für Pferde, hom. Stallapotheke usw." denke. Da werden dann nach schulmedizinischen Kriterien die  naturheilkundlichen Mittel unters Volk geworfen. Selbst bei meiner Ausbildung in Akupunktur traf ich auf praktizierende THPs, die schlichtweg zu faul waren, eine homöopathische FAllaufnahme durchzuführen und mit der Entschuldigung: "Die BEsitzer können einem sowieso nichts sagen" zu wilden Mischungen rezeptfreier Medikamente, angereichert mit Bachblüten ( da haben wir dann das Alibi der NAturheilkunde) griffen. O Graus- kein Wunder, daß der Heilpraktik vielfach der Ruf der Scharlatanerie anhaftet. So, genug geschimpft!

Die Frage an dich wegen der Konstitutinonsbehandlung war natürlich lächerlich :-)).
Ich selber arbeite auch mit den C Potenzen, akut C30 und dann je nachdem, was der Körper verlangt und reagiert. Ich sehe es genau wie du, daß die dauerhafte Gabe von C200 bedenklich ist. Würde ich nie machen, ohne auf die Entwicklungserscheinungen einzugehen. Lustig ist auch die Dosierungsangabe von xx Kügelchen, denn ich bin auch überzeugt, daß die Information bereits im ersten aufgenommen Globuli steckt und das Verabreichen von mehreren nur der Sicherheit dient, daß überhaupt eines aufgenommen worden ist. Mir hat aber mal ein THP gesagt, daß es für den Tierbesitzer rein psychologisch wichtig ist, eine genaue Anzahl genannt zu bekommen, da die Verabreichung und das vorherige penible Abzählen der Kügelchen die Ernsthaftigkeit unterstreicht und somit eine positive Grundhaltung des Besitzers, die er dann unbewußt auf sein Tier überträgt. Wenn man das mal auf sich wirken läßt, ist da was dran.
Ich gebe den Tieren die Globuli trocken. Bei Pferd und Hund geht das ganz gut- durch die Zahnlücke kann man sie bei Pferden gut in der Backentasche platzieren. Bei Katzen lös ich sie lieber in Wasser und nehme eine kleine Spritze zu Hilfe.(Ist schonender für meine Hände :-)
In letzter Zeit habe ich bei chronischen Erkrankungen älterer PAtienten sehr gute Erfahrungen mit den LM18 Potenzen gemacht. Die wirken weicher und können häufiger wiederholt werden. Ich hatte gute Ergebnisse, festgefahrene Zustände damit anzuschubsen, ohne eine starke Erstverschlimmerung in Kauf nehmen zu müssen.    
In der HAuptsache verwende ich DHU, wobei ich auch eine bessere Wirkung mit Gudjons gemacht habe. Die komplette Umstellung auf diese Marke ist allerdings ein KOstenfaktor und ich habe sie mir bisher nur zugelegt, wenn die Fälle entsprechend hartnäckig waren. Aber dann hatte es sich jedesmal gelohnt.
Ich lese gerade deinen letzten  satz, wegen der DAueranwendung von C30- in vielen "homöopathischen Rezeptbüchern" wird auch gnadenlos die vorbeugene Einnahme empfohlen- bei Cardiospermum ist man in Bezug auf das SE ganz schnell dabei- den Winter hindurch tgl. die Globuli- zwar in einer D Potenz- aber der GEdanke der klassischen Anwendung bleibt damit einfach auf der Strecke- finde ich.
Ach ja, deine Ausführungen zu Sulfur aus deiner "Anfangszeit" fand ich bemerkenswert. Es git ein neues Buch "Praxisleitfaden Tierhomöopathie" von Christiane P. Krüger da heißt es , ich zitiere:" Sulfur ist erfahrungsgemäß beim echten SE der Pferde nur selten indiziert, verschlimmert eher diese Symptome!Auch die Sulfur Modalitäten sprechen gegen eine solche Indikation."
Ist das nicht ein guter Schluß?
Ich würde dir gerne noch eine Behandlungstheorie vortragen, um deine Meinung dazu zu hören- muß es noch ein wenig im Kopf sortieren.
Auf alle Fälle freue ich mich auf einen weiteren Austausch- hoffentlich sprengen wir damit nicht den Rahmen dieses Forums?
Bis ganz bald,
liebe Grüße
Pia

Offline Skyfly

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Homöopathie
« Antwort #27 am: Mai 08, 2006, 19:24:28 »
Zitat von: "Kabierske"
Auf alle Fälle freue ich mich auf einen weiteren Austausch- hoffentlich sprengen wir damit nicht den Rahmen dieses Forums?


Hallo Pia,

das Forum ist zum Diskutieren da. :wink: Ihr könnt also gerne fleissig Beiträge verfassen. Und das Thema Homöopathie ist sicherlich für viele interessant.

LG Birgit
Ekzempferd Sky     20jähriges Endmaßpony, Fuchswallach, arabisches Halbblut     Haltung: Weide-Boxen-Haltung + tägliches Reiten     SE seit 18 Jahren     SE-Behandlung: Komplettpaket Ökozon

Offline Micha

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Homöopathie
« Antwort #28 am: Mai 09, 2006, 09:49:09 »
Hallo Pia,

auch ich freue mich auf einen Austausch und besonder freue ich mich darüber, dass wir uns hier getroffen haben. Ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht, ob wir nicht den Rahmen des Forums sprengen.
Aber Birgit hat uns ja ihr o.k. gegeben:-). Birgit hat schon Recht, das könnte für die Anderen schon interessant sein.
Von Christiane P. Krüger habe ich im Internet schon einige Abhandlungen gelesen und fand sie sehr aufschlussreich. Ja, es ist bemerkenswert, die Ausführungen zu Sulfur und SE. Da hatte ich ja mal wieder einen Fall, wenn auch negativ, wie aus dem Lehrbuch.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, was die Homöopathie ausrichten kann, wenn man das Similie findet. Es folgen fulminante Heilverläufe.
Die sind es auch, die mich immer wieder bestärken, weiter zu machen.

Gudjons ist wirklich sehr teuer. Mit meiner jetztigen Bezugsquelle bin ich sehr zufrieden. Da passt das Verhältnis. Ich bezahle für 1,1g C30 oder C200 2,70 €. Wie gesagt, die Mittel kommen aus Belgien,  und gelten als sehr gut. Wenn Du möchtest, kann ich Dir ja mal die Adresse mitteilen.
Dort bekommst Du auch Nosoden, die es z.B. von der DHU schon gar nicht mehr gibt. Malandrinum oder Carcinosinum bekommt man ja schon nicht mehr so einfach, dort schon. Wobei die Nosoden wieder ein anderes Kapitel sind.

Mit LM-Potenzen habe ich noch gar nicht gearbeitet. Die sind ja dafür bekannt, Erstverschlimmerungen, besser finde ich den Ausdruck Erstreaktion, zu vermeiden. Kannst Du mir denn entsprechende Fachliteratur zu den LM-Potenzen empfehlen?

Jetzt bin ich sehr,sehr froh, dass wir uns hier getroffen haben.

Da habe ich doch auch gleich noch eine Frage zu den Komplementärmitteln. Hattest Du schon mal einen Fall, bei dem Du das Simillie gefunden hast, der Heilverlauf optimal war, aber doch einige lästige Restsymptome geblieben sind? In solchen Fällen ist doch oft das Komplementärmittel angezeigt. Wie gehst Du denn da vor?

Hast Du denn auch den Millemann? Der schreibt bezüglich der Beschäftigung der Tierbesitzer, er gibt in einigen Fällen den Besitzern Placebos mit, damit sie nicht ungeduldig werden. Der Besitzer ist auf-gefordert jeden Tag die Kügelchen abzuzählen. Da könnte dann wieder das passen, was Du von dem THP erzählt bekommen hast. Die positive Grundhaltung überträgt sich auf den Besitzer. Da ist bestimmt was dran.

Diese Bücher, wie die hom. Stallapotheke usw. habe ich mir noch nie wirklich angesehen. Höchstens in der Buchhandlung, wenn ich sie stehen sah. Mein Chef, der auf seinem Schild Naturheilverfahren stehen hat, hat in seinem Regal den GU Ratgeber stehen. Den habe ich mir mal zu Gemüte geführt.  Damit kann ich ja so gar nichts anfangen. Man kann es den Leuten wirklich nicht verdenken, dass sie planlos die verschiedensten Mittel in sich reinzustopfen. Durch solche Bücher werden sie ja geradezu dazu verleitet. Schade finde ich das, denn meist hilft dann nichts und die Homöopathie wird wieder verteufelt.

So, jetzt muss ich hier mal was tun.
Es gibt bestimmt noch vieles, was wir uns erzählen können:-).

Bis bald
LG Micha
Brilliant, ca. 15 Jahre, POA, Schimmel, SE seit 2001, Behandlung: klassische Homöopathie, steht im Offenstall in Bayern.

Offline Florelle

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« Antwort #29 am: Mai 09, 2006, 11:30:38 »
Hallo in der Runde...

ihr beleuchtet die Homöopathie in einem interessanten Licht.  
Eine Bekannte hat gute Erfahrungen mit dem Komplexmittel Cistus canad
in der Behandlung von Sommerekzem gemacht. Da bin ich ja neugierig geworden und frage mal....was haltet ihr davon?

Neugierige Grüsse...Imke
Florelle * im Mai 2000, Haflinger, Ekzem seit 2004,
Hanni  (ca. 35 Jahre +), Shetty, Ekzem unbekannt.
Nathan * im Mai 2002, Haflinger, kein Ekzem
Behandlung: Hom.-Kügelchen, beschränkter Weidegang, Offenstall, Hautpflege, Hanni Bucas Decke