Sommerekzem bei Pferden - Tipps Erfahrungsaustausch und mehr

Alles zum Thema Sommerekzem - Erfahrungen, Tipps, Hilfestellung, Ratschläge... => Fütterung => Thema gestartet von: Jumanji am Mai 27, 2007, 09:26:56

Titel: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 27, 2007, 09:26:56
Hier mal ein Link zu einem Beitrag, wo das SE verschwunden ist bei der sog. EMS-Diät:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1172931280/90#119 (http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1172931280/90#119)
Antwort 118
Titel: Re: Kein Getreide + stundenweise Weide
Beitrag von: Jumanji am Mai 27, 2007, 11:32:25
Die Pferde, bei denen dieser "Nebeneffekt" aufgetreten ist, bekommen nur (gewaschenes" Heu, gar keinen Weidegang, unmelassierte Rübenschnitzel (Speedi Beets) und ein spezielles Mineralfutter. :wink:
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Skyfly am Mai 27, 2007, 11:44:10
Hallo Jumanji,

ich habe Deine beiden Beiträge in ein eigenes Thema verschoben, damit es hier übersichtlich bleibt.  :wink:
Vielleicht könntest Du uns noch kurz zusammenfassen, worauf es bei dieser Diät ankommt? Das wäre prima. Dann muss man nicht alle Beiträge aus dem anderen Forum durchlesen, bei dem es um Hufrehe geht.

Gibt es hier denn jemanden, der mit dieser Diät das "SE" bekämpfen konnte?

LG Birgit
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 27, 2007, 12:59:53
Oh, gerne doch und danke!
Pferde mit dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) haben ein umfangreiches Stoffwechselproblem das u.a. zu Hufrehe führt. Diese Pferde erhalten eine Kohlenhydratarme Fütterung (stärke- und zuckerarm) die aus Heu besteht, das in einigen Fällen durch vorheriges 1-stündiges Einweichen in Wasser von einem Teil der Kohlenhydrate befreit wird,aus Speedi Beets (Rübenschnitzel) mit einem Restzuckergehalt von 5% und dem Speedy Balancer, einem speziellen Mineralfutter für EMS-Pferde, das den Stoffwechsel der Pferde mit ihren besonderen Nährstoffansprüchen "ausbalanciert". Es wird nichts anderes gefüttert, also auch kein Gras, keine Früchte, kein Kraftfutter, kein Getreide, kein Mash, kein Öl, kein anderes Mineralfutter.Alle berichten von äußerst zufridenen, vitalen und dann auch sympptomfreien Pferden-das Sommerekzem verschwand bei Haflinger Adina, bei einem Warmblut (Cedric) verschwand das Schweif-scheuern, bei einem Araber (Angel) verschwand das Scheuern an Mähne und Schweif. Bei einem Shetty (Spirit) läuft gerade ein gezielter Test, da wir bereits vermuteten, das das auch bei SE durchaus-zumindest in einigen Fällen-durchaus funktionieren sollte.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Hadban am Mai 27, 2007, 18:28:23
Hallo Jumanji,
ist das Pony, das Ihr gerade testet auch ein EMS-Patient? Bekommt das Pony Gras oder aber die komplette Diät ohne Gras?

Es wundert mich- ehrlich gesagt- nicht allzusehr, daß die von Dir beschriebenen Pferde keine Se-Symptome zeigen- bei vielen Ekzemern ist es ja so, daß Weidegang mit entsprechender Grasaufnahme sich auch auf das Ekzem auswirken. Auch ich habe hier festgestellt, daß z.b. meine Stute bei weniger Gras auch weniger SE-Symptome zeigt und ich demnach weniger behandeln muß. Ebenso ist es bei unserem New Forest- sie hat eine Rehe hinter sich und kommt seither nur mit Maulkorb auf die Koppel. Der Weidegang bei beiden Pferden ist reduziert, d.h., nur einige Stunden dürfen sie aufs Gras. Neben der Gnietzenallergie spielt bei unseren Pferden also das Gras an sich eine Rolle bei uns. Sehr deutlich wurde es, als unser Pony in dem Rehejahr gar nicht mehr aufs Gras durfte. Sie wurde auschließlich von Heu und hier und da ein paar Äpfeln - ernährt. Das Ekzem war nicht zu sehen- sie zeigte keine Symptome, schubbelte den Schweif nur einmal während der Rosse. Im Jahr drauf aber kehrten die Symptome bei ihr zurück, in dem Moment, wo Gras ins Spiel kam.
Natürlich wäre es jetzt als "Fazit" einfach, aufgrund dieser Erfahrung, das Pferd auch weiterhin vom Gras zu nehmen, aber diese Konsequenz muß, meiner Meinung nach, bei einem Ekzemer nicht sein- reduzierter Weidegang ja, aber nicht kompletter Entzug. SE ist ja zum Glück vielseitig behandelbar - EMS ist da schon eine viel schwierigere Sache, die ich als sehr viel schlimmer ansehe und die sicher viel schwerer zu behandeln ist. Wenn man also da komplett auf den Weidegang verzichtet und streng nach Diät füttert, kann ich das schon verstehen.
naja, das sind also meine Gedanken zur speziellen Diät- es würde mich interessieren, wie Euer Test gedacht ist, bzw. unter welchen Umständen (Haltung vom Pony usw.) er durchgeführt wird.
Grüße
Kristina

Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 27, 2007, 20:48:30
Das Shetty hatte einfach Rehe ohne Verdacht auf EMS. Dennoch wird es jetzt wie ein EMS-Pferd gefüttert, auch wenn es eine "Diät" ist, so wird dem Pferd dennoch alles notwendige zur Verfügung gestellt. Es gibt auch keine Probleme mit den Pferden selbst, wenn sie nicht auf Gras kommen, denn der Faser und auch der Nährstoffbedarf wird gedeckt. Das größte Problem spielt sich im Kopßf der Pferdebesitzer ab. Allerdings fällt eine Änderung der Fütterung meist um so leichter je schwerer das Pferd - meist mit Hufrehe-erkrankt ist.Der Verzicht auf Gras ist für ein Pferd kein Drame, denn wichtig für Pferde ist die Rohfaseraufnahme-ob nun aus Gras oder Heu spielt keine Rolle. Viel interessanter ist bei dieser Diät das einige Nährstoffe sehr wohl einen Effekt auf das Auftreten oder eben nicht Auftreten von Allergien haben.Pferde die eine EMS-Diät erhalten sind auch definitiv leistungsfähig, die Fütterung ist einfach und unkompliziert, die Pferde fühlen sich pudelwohl und die Blutbilder sind traumhaft. Aus diesem Grunde hätten mich ja Blutbilder der Ekzemer mal interessiert, allerdings sind die in diesem Forum nicht zusammengefasst und meist heisst es nur, das Blutbild wäre in Ordnung.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Florelle am Mai 27, 2007, 21:20:29
Sagen wir mal so... das Gras hier ist sehr energiereich für die Pferde.  Beschränkte Weidezeiten und Heu füttern sind für empfindliche Pferde sehr wichtig. Gerade genügsame Rassen werden bei zu viel Weide Fett und Krank. Die Fettstoffwechselkrankheit EMS tritt hauptsächlich bei verfetteten Pferden auf. Dies Pferde müsen langsam abgespeckt werden. Sonst löst sich das Fett, schwimmt im Blut und die Viecher stellen die Hufe hoch. EMS Pferde haben meistens Hufrehe und im Schlepptau Geschwüre. Sommerekzemer haben auch Probleme mit dem Stoffwechsel und knappe Fütterung belastet nicht ganz so die Abwehr und das Ekzem bildet sich weniger aus.

Ich weiß nicht, ob das Heunassmachen wirklich die Kohlenhydrate aus dem Heu waschen kann. Wenn ja, dann muss der Zucker im Wasser nachweisbar sein und man müsst es testen können. Ist das schon gemacht worden? Oder wird das nur so erzählt....
Ein Teebeutel im kaltem Wasser bringt auch nicht wirklich viel.  :gruebel:

Rübenschnitzel mag ich persönlich nicht so gerne füttern. Gerade bei übergewichtigen Pferden. Lieber mehr Heu.

Was ich aber am wichtigsten beim Abspecken finde, ist die Bewegung. Mindestens 30 Minuten Traning (an der Longe usw.) machen einen ganze Menge und das Pferd steht nicht nur gefrustet mit knurrendem Magen im Auslauf und fängt an Sand zu fressen. Mit den Training wir der Stoffwechsel angekurbelt und Entschlackt. Das Pferd kann dann auch mehr fressen, es verbraucht aber auch Energie. Das ist für Pferde am gesündesten, für alle. Pferde die nicht Dick werden sollen und Pferde die zu dick sind. Sommerekzemer profitieren auf jedem Fall davon. Meine auch. Sehen momentan gut aus. Und der Nichtkranke auch.  :smiley1:

Akute Rehepferde sind natürlich ausgenommen.


LG Imke
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Hadban am Mai 27, 2007, 22:47:32
Hallo,
naja, als Direktmaßnahme nach einer Rehe ist es bestimmt die beste Lösung für ein Pferd, zunächst eine "Graslosdiät" zu bekommen- wie gesagt, bei unserem Pony haben wir es in dem Jahr, als die Rehe auftrat ebenso gehalten- eben , weil wir kein Risiko eingehen wollten. Auf Dauer aber hätte es dem Pferd sehrwohl zu Schaffen gemacht. Sicher kann man die Fütterung so gestalten, daß alles , was vom Pferd benötigt wird, gegeben ist, aber- und da muß ich Dir ein wenig widersprechen ,Jumanji- die Psyche hat bei unserem Pferd schon sehr gelitten- da half das beste Futter nichts. Das hat mit dem Kopf des Besitzers allein wenig zu tun. Wir haben also das erste Jahr konsequent durchgehalten, aber das Pferd zeigte schon gravierende Veränderungen, die auf die Psyche zurückgingen. Das änderte sich erst, als wir im Folgejahr ganz langsam begonnen haben, sie wieder ans Gras zu gewöhnen. Nun war zum Glück von der Rehe her alles im grünen Bereich, so daß wir nach Absprache mit Ta und HP die "Erlaubnis" bekamen, sie wieder ans Gras zu gewöhnen.
Verstehe mich bitte nicht falsch- ich bin schon dafür, spezielle Diäten zu füttern, wenn es nötig ist, nicht aber auf Lebenszeit ohne Gras wegen des Sommerekzems.
 
In punkto SE bin ich der Meinung, daß- wie Imke schon sagt- reduzierter Weidegang ( das kann eine Stunde sein oder eben auch mehr, je nachdem, wie das Pferd reagiert) , genügend Rauhfutter usw. und möglichst regelmäßige Bewegung ,mit entsprechender Behandlung , ausreichen.

Was die Blutbilder angeht-mehr als meine Aussage, daß alles in Ordnung war,  kann ich Dir leider nicht  geben, da sie bei einem Hp gemacht wurden, der die Werte im Test nicht so darstellt, wie ein Ta es macht- Du könntest damit für Deine Recherchen nichts anfangen. Die paar Blutergebnisse, die ich vom Ta hatte, entstanden jedes Mal bei einem akuten Krankheitsbild- Infekt , Asthma usw., so daß hier also keine aussagekräftigen Werte zu finden sind. Ich habe diese Ergebnisse auch nicht mehr.

Grüße
Kristina

Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 28, 2007, 08:52:34

Hallo,

hm - in dem Beitrag wird geschrieben, dass das Pferd homöopathisch behandelt wird - wird ein Erfolg in der Hinsicht komplett ausgeschlossen?

Wir haben bei homöopatischer Behandlung, reduziertem Weidegang (also hauptsächlich Heufütterung), Mineralfutter und unmelassierten Rübenschnitzeln (Kwick Beet) auch einige Tage ohne Sympthome trotz sommerlicher Temperaturen. Den Erfolg schreibe ich aber nur untergeordnet der energieärmeren Ernährung zu.

Es wäre interessant zu beobachten, wie lange das SE verschwunden bleibt. Wenn man das Pferdchen damit komplett über den Sommer bekommt, ohne Sympthome, dann wär es natürlich ein echter Glücksgriff. Leider trifft das nicht auf alle Ekzemer zu.

Grüße

Sandra
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Skyfly am Mai 29, 2007, 08:30:44
Hallo Ihr Lieben,

sehr interessant, das Thema, finde ich.

Wenn ein Pferd, das diese EMS-Diät verordnet bekommen hat, u.a. kein Gras fressen darf, darf es dann auch nicht auf die Weide? Bzw. wenn dann nur mit Maulkorb?  :gruebel: Oder heisst es als Konsequenz, dass ein solches Pferd dadurch weniger Auslauf bekommen würde?

Grundsätzlich bin ich auch für ein Pferd mit SE für eine artgerechte Haltung, zu der meiner Meinung nach auch Weidegang gehört.

LG Birgit
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Katja am Mai 29, 2007, 09:21:00
Hallo Birgit,

Du sprichts ein, aus meiner Sicht, sehr wichtiges Thema an.
Nämlich den Weidegang für ein Pferd.

Bei uns selbst ist Wiese absolute Mangelware und da unsere Pferde obendrein
noch zu dick sind (trotz knappem Futter) begrenzt sich der Koppelgang auf ca.
2 - 3 Stunden täglich.

Schon dies ist aus meiner Sicht absolut grenzwertig, auch wenn wir einen Laufstall mit
über 300 qm Paddock und getrennten Futterständen, Wasser und Kratzbaum haben (Bewegungsreize).

Nicht zu unrecht zieht die LAG massiv Punkte in der Stallbewertung ab, wenn der Weidegang nicht
stimmt oder überhaupt nicht vorhanden ist - egal wie gut der Laufstall bzw. Auslauf sonst ist.

Habe mal einen Satz in einem Buch gelesen, den ich unterschreiben kann.

"Pferdehaltung ohne Weidegang ist wie Seehundhaltung ohne Wasser."

Natürlich kann man ein Pferd körperlich gesund halten, wenn es die entsprechende Raufuttermenge
durch Heu vorgelegt bekommt.
Aber was ist mit der natürlichen Nahrungsaufnahme dieses Lebewesens...dem Weideschritt?
Selbst wenn ich nun mehrere Haufen Heu im Auslauf verteile, dann fehlt trotzdem etwas.
Es ist doch anders, ob ich nun einen Apfel geschält und in Stückchen serviert bekomme oder ihn selbst
vom Baum pflücken muss und reinbeissen kann.

Pferdehaltung ist für mich immer ein mehr oder weniger schlechter Kompromiss, wenn man bedenkt, wo diese
Tiere herkommen. Aber völliger Entzug des Weidegangs............ ???? Das finde ich schon sehr schlimm und käme für
mich nur wegen des Sommerekzems auf gar keinen Fall in Frage.

Grüsse

Katja



Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 29, 2007, 09:37:35

Hallo Ihr Lieben,

bei der EMS Diät geht es ja in erster Linie um die Ernährung von Pferden, die an EMS erkrankt sind. Einige dieser Tiere würden Weidegang, auch begrenzten nicht überleben. Da ist die Frage, wie lebenswert ein Leben ohne Weide ist, gar nicht gegeben. Ich habe von Fällen gelesen, wo die Pferde nur in Wasser eingeweichtes Heu (das soll noch mal Kohlehydrate rausschwemmen) und Mineralfutter bekommen. Nur so können sie gesund sein und werden nicht immer wieder von Reheschüben und den schlimmen Folgen gebeutelt. Um diese Pferde geht es bei einer EMS Diät eigentlich.

Ich bin ja auch ein Verfechter von Auslauf, Platz und viel Bewegung fürs Pferd. Ein Grasloser Auslauf begrenzt immer und er darf nicht zu groß werden, denn sonst ist er ganz schnell nicht mehr Graslos. Trotzdem können EMS Pferde Artgerecht gehalten werden... es erfordert etwas mehr Aufwand, als bei einem gesunden Pferdchen... aber was macht man nicht alles.

Um wieder zum Thema SE zurückzukehren. Sicher ist es angebracht, wo es geht auf die Ernährung zu achten. Unsere Ekzemer haben einen gestörten Stoffwechsel und dieser verträgt übermässiges und zu gutes Futter dann auch nur bedingt. Ich freu mich für Fabi, dass er wieder etwas Gras rupfen kann und darf und sehe jeden Tag, wie ihm das im letzten Jahr gefehlt hat. Auch fehlt im bestimmt ein spritziger Weidegalopp über eine große Weide... da müssen wir eben Abstriche machen, unendlich gradeaus düsen geht leider nicht mehr und wird auch nie wieder gehen...

Grüße

Sandra
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Skyfly am Mai 29, 2007, 10:09:23
Hallo Ihr Lieben,

es geht hier um die EMS-Diät, die bei SE-Pferden angewendet wird und somit (positive?) Auswirkungen auf das SE hat.

Wenn ein erkranktes Pferd, das ohne diese Diät nicht überleben kann, strikt nach den Regeln der Diät leben muss, dann ist das in dem speziellen Fall auch in Ordnung, finde ich. Keine Frage: dann ist diese Diät lebensnotwendig. Dann ist der Weidegang zunächst nachrangig zu betrachten.

Da wir hier aber von SE-Pferden sprechen (und nicht von Rehepferden - dazu haben wir ein extra Thema in der Rubrik "Rund ums Pferd"  :wink: ), bei denen die EMS-Diät angewendet wird, dann frage ich mich schon, welchen Preis solch eine Behandlung hat.

@Katja
Das Zitat aus dem Buch ist ja klasse!  :super:
Ich sehe es auch so, dass Weigedang mehr ist als nur Fressen von Gras.

Nachdenkliche Grüße
Birgit
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 29, 2007, 10:21:02

Birgit, das ist mir schon klar  :knuddel:
EMS ist aber nun mal eine Krankheit, die mit Hufrehe im Zusammenhang steht. Eine wirklich konsequente EMS Fütterung wird kein SE-Pferde Besitzer durchziehen, der nicht die EMS Erkrankung im Hinterkopf hat.
In Bezug auf SE kann man sicher einiges kopieren bzw. übernehmen. Das ist ein Thema, was ein bißchen überlappt und sich vermischt... darin sehe ich aber keine Probleme.

Grüße

Sandra
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Skyfly am Mai 29, 2007, 10:27:50
Hi Sandra  :winky:

Eine wirklich konsequente EMS Fütterung wird kein SE-Pferde Besitzer durchziehen, der nicht die EMS Erkrankung im Hinterkopf hat.

Wenn dem so ist, dann bin ich beruhigt.  :knuddel:
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein verzweifelter Ekzempferd-Besitzer, der schon sehr viel erfolglos probiert hat, nach jedem Gradhalm greift (in diesem Zusammenhang doch ein nettes Bild, oder?  :biggrin: ), um seinem SEler zu helfen. Wenn man dann hier solch ein Thema liest, könnte es doch sein, dass der ein oder andere darüber nachdenkt, diese Diät bei seinem Pferd zu testen, oder?

LG Birgit
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: snow am Mai 29, 2007, 10:53:45
EMS ist meines Wissens nach ja eh noch nicht vollständig erforscht. Interessant wäre es zu wissen, wie die Pferde mit SE aussehen, welche auf eine EMS-Diät ansprechen und sich dann weniger schubbeln. Evtl. haben diese Pferde ja sogar EMS, es hat sich nur noch nicht durch einen Reheschub gezeigt. Zusammenhänge diesbezüglich könnte ich mir durchaus vorstellen. Die meisten Pferde sind doch heutzutage viel zu Fett, EMS ist da nicht weit...

Bezüglich Pferde und Gras: Pferde brauchen meiner Meinung nach große Flächen an Auslauf. Am besten wäre es, wenn diese Steppen ähnlich sind, also wenig Gras enthalten. Aber das ist hier wohl nur schwer umsetzbar, also muss man zwangsläufig erfinderisch sein bzw. die Gras(Futter)aufnahme regulieren, damit die Pferde nicht krank werden. Das Gras was hier wächst ist leider nur bedingt gut geeignetes Pferdefutter und die wenigsten Pferde vertragen problemlos große Mengen davon. Leider sind nur die Besitzer oft betriebsblind  :wink:
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 29, 2007, 11:02:40
Ne - ich denke das wäre zu umständlich, als das man das mal eben probiert. EMS Pferde Besitzer haben es wirklich schwer.
Den Weidegang begrenzen, oder das Zusatzfutter überdenken, oder mal über das tägliche Training (Bewegung) nachzudenken, ist im Einzelnen kein großer Akt. Alles in allem aber schon ein riesen Ding wie ich finde. Grade dem Pferd die Weide komplett zu streichen, nur nasses abgewogenes Heu verfüttern und nie ein Leckerchen am Rande da ist das große Umdenken angesagt. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die DAS schaffen.

Snow - ich kann mir einen Zusammenhang da auch sehr gut vorstellen. Sämtliche Stoffwechselerkrankungen gehören in dieses Boot

Gruß

Sandra
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 29, 2007, 13:49:04
Oh-hier sind gleich viele Dinge, die mir auffallen.
Die heutigen Weidegräser hat der Mensch erfunden, d.h. die Pferde befinden sich meist auf ehemaligen, ertragreichen Viehweiden, auf kohlenhydratreichen Flächen. Und das Getreide entstammt auch der menschlichen Zuchtwut. Die Natur sieht für Pferde grundsätzlich holzige, magere Fasern vor die es wiederum sehr gut verwerten und seine Nährstoffe daraus ziehen kann. Die Pferdeverdauung ist darauf ausgerichtet, das sie über den nahezu gesamten Tag artgerechte Nahrung, also Faser zugeführt bekommt. Anders beim Rind welches einen Pansen besitzt und dadurch große Mengen Futter aufnehmen kann um sie später vollständig zu verdauen. Beim Pferd führt eine zu rasche Aufnahmen großer Futtermengen dazu, das viele Nährstoffe ungenützt das Pferd verlassen, aber auch ein Überangebot an Kohlenhydraten kann zu Stoffwechselproblemen führen.
EMS-Fütterung ist eine sehr artgerechte Fütterung, da das Pferd ausschlielich über Fasern ernährt wird die relativ arm an Kohlenhydraten sind. Die Fasern sind günstig für den Darm und die Darmflora. Fasern werden zu flüchtigen Fettsäuren umgewandelt und liefern so die benötigte Energie für das Pferd. Eine solche Form der Fütterung verhindert einen zu raschen Anstieg der Blutglukose. Zu viele Mengen an Kohlenhydraten führen zu einem hohen Glukosegehalt. Wird diese Glukose nicht durch entsprechende Arbeit verbraucht oder liegt bereits durch ständige Überfütterung ein Stoffwechseldefekt vor, wird die Glukose dann in der Leber zu Fetten umgewandelt und in den enstsprechenden Depots (Florelle sprach hier von "Geschwüren" was so nicht richtig ist) eingelagert. Geschieht dies dauernd, kann es auch den Protein- und Fettstoffwechsel schädigen.Wie sich dann die Leber wehrt bleibt abzuwarten-sehr oft macht sich es aber auch über die Haut...
Ich sehe es eigentlich nicht, das Pferde, die nicht in der grünen Wiese stehen, ein psych. Problem haben-was wäre dann mit den spanischen Pferden, den Tunierpferden die nicht auf Weide kommen...
EMS-Fütterung ist ausgesprochen artgerecht-ich weiß-das gibt Anlass zu Diskussionen. Aber warum stellt man ein Pferd in die tiefe Weide, wenn man weiß das es gesundheitliche Probleme macht-egal ob nun Hufrehe oder Sommerekzem? Kohlenhydartüberfütterung ist nicht gesund. Interessanterweise gibt es z.B. augenscheinlich Komponenten-neben den Unbekannten-die den Kohlenhydratstoffwechsel puschen-sofern man sich mal auf die Angaben dazu verlassen kann.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Gaprice am Mai 29, 2007, 14:49:15
Hallo,

jetzt mal nur auf dem Gras bezogen. (vielleicht müsste man da ja noch ne etra Thread für öffnen). Mein Pferd hat dieses Jahr noch nicht auf dem Gras gestanden. Die Weiden sind stark gedüngt und Fett. Ich habe mich aber nur wegen den Zustand der Weiden und gesundheitlich hierfür entschossen. Denn einerseits war sie zu schwer, wollte wissen ob das Gras einen großen Zusammenhang bei ihr mit dem SE hat und lt. TA KÖNNTE sie rehegefährdet sein. Bei uns gibt es auch nur 24 Stunde Weide, oder gar keine Weide. Deswegen ist die Entscheidung nicht immer leicht. Demnächst wird eines der Weiden abgemäht und zur Heu für die Kühe verwendet. Erst dannach lasse ich Gaprice wieder auf die Weide, weil sie dann viel karger ist wie jetzt. Trotzdem habe ich ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber mein Pferd, da sie deswegen auch jetzt alleine steht. Ich freue mich schon auf dem Tag wo sie wieder zusammen mit den anderen das Gras genießen kann. Dann kann sie zum Glück bis in den tiefen Winter rein auf dem Gras stehen. 

Also, ich kann es aus gesundheitlichen Gründen schon verstehen, trotzdem gehört für mich ein Pferd letztendlich schon auf die Weide. Nicht nur damit es fressen kann, aber auch damit es viel Platz zum toben uns sonnen etc. hat.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 29, 2007, 15:03:54

Jumanji, vielleicht hast Du meine Frage übersehen. Drum stell ich sie ganz platt noch mal...

Wir bei dem Pferd (von dem Du uns den Beitrag eingestellt hast) ein Erfolg durch die homöopathische Behandlung ausgeschlossen? Die scheint ja parallel stattgefunden zu haben. Ich gebe zu es ist mir zu mühseelig nun alle Beiträge zu lesen und druchzufummeln. Du scheinst da eher im Bilde zu sein...

Grüße

Sandra
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 29, 2007, 15:33:33
Oh, ja-Deine Frage-entschuldige bitte.
Die anderen Pferde bei denen der Effekt beocbachtet wurde erhielten keine solche Behandlung, ich schließe daher aus, das diese Behandlung die Ursache für das Ausbleiben des SE war.
Homöopathie kann Inpulse geben für den Körper sich selbst zu helfen so denn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, Homöopathie ist aber keine "Medizin" in dem Sinne. Dann wäre sicherlich ein SE kein wirkliches Problem. Ich sehe das SE genau wie EMS als eine Reaktion des Körpers auf einen "Miss-stand" der behoben werden muss. Wahrscheinlich hätte der Umschwung auch ohne die Behandlung stattgefunden, möglicherweise hat aber die Behandlung die Körperreaktion unterstützt.. Das Test-Shetty erhält auch nichts weiter, bislang fühlt es sich pudelwohl.

Im allgemeinen berichten die EMS-ler, das die Pferde durch die kohlenhydratarme Fütterung vitaler, aufmerksamer und leistungswilliger und kooperativer werden. Diese Pferde leben auf einem Paddock gemeindsam mit anderen Pferden, die z.B. auch rehekrank sind oder aber zu den leichtfuttrigen Vertretern gehören.Sie haben genau so die Möglichkeit sich zu bewegen, zu sonnen, im Schatten zu sein, zu wälzen,Sozialkontakte zu pflegen.Und sie sind gesund!
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 29, 2007, 15:53:38

Danke für die Einschätzung...
Sicher ist keine Behandlung (egal ob Schulmedizin, Homöopathie oder was auch immer) ein Freibrief dafür sein Pferd dann halten zu können, wie man es denn gerne mag (ob gesund oder ungesund).
Es ist wirklich schwer - mir z.B. tut es in der Seele weh, wenn unsere Pferde nur ein paar Schritte mit den Nachbarpferdchen gemeinsam rennen können, weil dann wieder der blöde Zaun im Weg steht. Gerne sollen sie auch mal über ihren ha Weide rennen und nach Herzenslust toben können... Die Fläche grasfrei (wenn auch nur Teilweise) zu halten ist schlicht unmöglich bei zwei Pferden.  :sad: Aber es ist schon richtig was Du sagst. Begrenzt - aber dafür wenigstens gesund. Mit Rehe (in unserem Fall) rennt und tobt sich das auch nicht so gut....
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Florelle am Mai 29, 2007, 16:28:17
@ Jumanji.... ich meinte keine Fettgeschwüre, sondern Hufgeschwüre.  :smiley1:

Die Verdauung von Pferden ist auf rohfaserreiches Material ausgelegt. Da hat Jumnaji vollkommen recht. Das Gras ist durch die Züchtungen sehr ergiebig und frohwüchsig geworden. Wenn Pferde den Weidegang vertragen, steht diesem nichts im Wege. Aber ein kritscher Blick auf die Figur sollte schon sein. Wenn das Pferd völlig endgestopft wie eine Presswurst daherwalzt, dann ist das nicht mehr OK. Leichtfutterige Pferde sind oft zu fett, auch mit den Augen der Liebe betrachet. Man tut diesen Tieren keinen Gefallen mit 24 h (fetter) Weide.

Es dauert ein paar Jahre, dann kann der Organismus nicht mehr. Hufrehe, Herzprobleme, Athrosen usw. lassen das Pferd erkranken und sterben.

Sommerekzem ist einen Allergie auf bestimmte Stechinsekten, aber ich denke, man kann die Allergie durch magerer Fütterung etwas begrenzen. Gras tut den Pferden hautsächlich im Kopf gut, sie können aber sich auch daran gewöhnen Heu zu bekommen. Wir hatten hier ein Reheschetty in Pflege, was bei Grasfütterung immer wieder mit Rehschüben antwortete. Das Pony steht im Auslauf.... nur noch auf Heu und Mineralien. Es geht nicht anders. Es wird bewegt, beschäftigt und es geht ihr gut. Die Alternative wäre für sie die Wursttheke.

Was ich immer noch für wichtig halte, ist die Pferde nicht verfetten zu lassen. Das erreicht man über die Fütterung und eben Reiten, fahren... bewegen. Training. Kranke Pferde ausgeschlossen.

Der ehemalige Steppenbewohner war den ganzen Tag in Bewegung (wandern, renne, spielen...), Stuten waren tragend, Jungpferde spielen und sie fressen massvoll Gräser. Die waren allerdings zu den Jahreszeiten unterschiedlich reich an Nährstoffen. Im Winter war es eben weniger, dafür speckt Pferd im Herbst an und verlor das Fett langsam über die Zeit. Sie magerten ab. Das saftige Frühjahrsgras baute die Tiere wieder auf. Die Wildpferde haben aber immer die zugeführte Energie verbraucht. Eben durch Bewegen und Reproduzieren. Die Pferd waren an ihren Standort optimal angepasst.
Heute leben z. B. sparsame Shettys auf Milchviehweiden und drohen zu platzen. Die kleinen Kerle sind vom Instinkt her zum Dickfressen ausgelegt, wo sie herkommen, da ist Futtermangelware. Eine Essbremse gibt es genetisch bedingt schon nicht. Der Polarwinter steht jedes Jahr vor der Tür... die Deviese heißt Ernten und Sparen.

Was macht das Hauspferd heute... es steht auf einer energiereichen Weide, frisst den ganzen Tag rund um sich zu und verbraucht kaum noch Energie. Die Tränke steht um die Ecke, Reiten steht sehr oft nur wenig auf dem Plan und schwerverdauliche, stärkehaltige Kraftfutter forden den Darm schwer heraus. Koliken, Übergewicht, Herzprobleme, Husten, Athrosen sind die Zivilisationskrankheiten der Pferde. Dazu kommen immer mehr Allergien bedingt durch Umweltverschmutzung und Zucht.

Es ist schwer, einen robusten Cellulose Fresser schlank zu halten und damit gesund. Wir arbeiten auch daran.

LG Imke


Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Katja am Mai 29, 2007, 17:28:48
Es ist schwer, einen robusten Cellulose Fresser schlank zu halten und damit gesund. Wir arbeiten auch daran.



Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Katja am Mai 29, 2007, 17:42:59
Öhm.....wieso ist mein Zitat schon weg??  :gruebel:

Naja...auf jeden Fall hast Du völlig Recht und unsere beiden Pferde sind im Moment, nach diesem
milden Winter, viel viel zu dick.
Reiten ist in meinem Leben aber momentan nicht so das Thema und deshalb versuche ich gerade #
zumindest mit Futterbeschränkung das Allerschlimmste zu verhindern...nämlich dass sie platzen.

@Jumanji
Selbstverständlich sind die heutigen Grünflächen nicht optimal für Pferde...das ist klar und bestreite auch
nicht, dass die Nahrung wie Du es beschreibst für den Organismus gut ist. Aber es fehlt die natürliche Nahrungsaufnahme.
Gerade in der Steppe ist das ja vorbildlich.....laufen laufen laufen....., um satt zu werden.
Und selbst wenn die Weiden fett sind, so bewegen sich die Pferde während dieser Nahrungsaufnahme dennoch in kleinen
Weideschritten vorwärts, was bei einem Haufen Heu nicht der Fall ist.

Und Turnierpferde in Boxen ohne jeglichen Auslauf...na gut... da halte ich es Grizmek (schreibt man den so?):
"Boxenhaltung von Pferden ohne täglichen mehrstündigen Auslauf mit Artgenossen ist Tierquälerei."

Und wenn wir mal ehrlich sind, wie viele Pferde erreichen denn ein Alter von 30 oder mehr Jahren?
Die Leute gucken schon verblüfft, wenn sie hören, dass unsere Snoopy mind. 21 ist mittlerweile.
Ist aus meiner Sicht überhaupt kein Alter für ein Pferd.

Eine Bekannte von mir hat es geschafft, innerhalb von 10 Jahren nun schon zwei Pferde verschlissen zu haben.
Obwohl sie immer betont, wie dick unsere sind und wie ungesund das ist. Gut, die Figur ihrer Pferde hat gepasst...das
gebe ich gerne zu.

Also nochmal .... ich verurteile nicht das Futter an sich, wie Du es beschreibst, im Gegenteil. Aber ich würde meiner Snoopy niemals
das wenige Grün verwehren, auch wenn dann das Ekzem verschwinden würde. Das ist für mich kein Grund.

Nur noch als Erklärung. Bin schon weg.....

LG

Katja






Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Nicky am Mai 30, 2007, 00:54:46
Jumanji, hat Dein Beitrag hier nun vielleicht damit zu tun, dass du selber die Futtermittel anbietest, die hier nun grad helfen sollen ? Also unmelassierte Rübenschnitzel und Co ? Die sind doch von Dir , Speedy Beets und so ?

Les ich jedenfalls so auf Deiner Homepage und das lässt micht nachdenken, was Du nun hier berichtest. Wobei das Thema Gras bei Ekzemern insgesamt gesehen schon interessant ist und ich auch bei Nikita berichten kann, dass ihm wenig Gras eher gut tut :-)

LG
Nicole
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 30, 2007, 12:55:36
Nicky- dann hätte ich das auch so geschrieben. Im übrigen kann einen das schon ziemlich auf den Senkel gehen, wenn man auf diese Art angeschrieben wird. Ich interessiere mich für die Stoffwechselvorgänge und erhoffe mir weitere Informationen.Was ich hier berichte und warum habe ich ja wohl geschrieben.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 30, 2007, 16:12:13

Okay - ich hoffe Ihr zwei habt damit den Dampf der da war abgelassen und seid nun wieder lieb miteinander...  :knuddel:

Danke - im Sinne einer sehr interessanten Diskussion  :blumen:
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Florelle am Mai 31, 2007, 18:05:35
...und damit wir wieder zu den Rübenschnitzel zurückkehren... ein kurze Anmerkung.

Rübenschnitzel haben als Inhaltststoffe Pektine, unverdauliche Rofasern gut für die Verdauung, aber der Nitratgehalt ist verhältnismässig hoch.
Da freut sich die Leber. Das nur so am Rande, als Info.

LG Imke
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 31, 2007, 18:44:51
Woher hast Du die Weisheit? Ich habe eine seitenlange Analyse zum Thema Rübenschnitzel-zumindest von dem von mir bevorzugten Produkt welches auch ausdrücklich von einer Spezial-Klinik empfohlen wird. Die Leber wird hauptsächlich dadurch überlastet, das sie zu fettreich gemacht wird durch zu viele Kohlenhydrate.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Florelle am Mai 31, 2007, 18:57:50
Ganz einfach....

... die Felder werden mit Stickstoff gedüngt und die Rüben speichern den Stickstoff und wandeln ihn in Nitrat um. Stickstoff ist ein Vorläufer von Nitrat.
Womit nehmen Pflanzen die Nährstoffe auf und können diese auch speichern.... mit den Wurzeln. Eine Rübe ist eine speichernde  Monsterwurzel.

Im Körper wird Nitrat ín Nitrit umgewandelt.

LG Imke

Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Florelle am Mai 31, 2007, 19:04:42
Kohlenhydrate bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Der Körper baut daraus Glukose und schließlich Glykogen. Glykogen ist die Vorratshaltung von Glukose, das bastelt die Leber aus der Glukose zusammen. Glukose wird zur Verbrennung in den Muskeln gebraucht, zum Warmhalten des Körpers, zum Denken....  Plattgesagt ist das der Zellbrennstoff, das Holzscheid im Ofen. Ohne dem können wir nicht leben.

LG Imke



Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Mai 31, 2007, 20:02:44
Zitat
Plattgesagt ist das der Zellbrennstoff, das Holzscheid im Ofen. Ohne dem können wir nicht leben.

Richtig und zuviel macht uns dick und bringt uns irgendwann um... so ist das eben. Das richtige Mass ist gefragt. Schwierig das richtige zu tun....  :gruebel:
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Mai 31, 2007, 21:34:57
Nitrat sit wasserlöslich. Um den Zucker aus den Rüben zu gewinnen werden diese geschreddert und gewässert, dadurch wird der Zucker aus dem Rübenmus entfernt. Die verbleibenden Rübenfasern werden dan zu z.B. Speedi Beets gepresst. Wo also soll da Nitrat sein.Du verwechselst da vielleicht was mit Futterrüben, Mohrrüben, Wurzeln... :gruebel: Auf jeden Fall droht keine Nitratgefahr von entzuckerten Rübenschnitzeln. Hast Du noch eine andere Begründung warum sie so nitrathaltig sein sollen?
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: snow am Mai 31, 2007, 21:49:26
Ob nun Nitrat oder nicht  :smiley8: ich denke ein Pferd welches EMS hat, ist mit (gewaschenem) Heu und sonst nix bestens versorgt. Evtl. noch ein gut abgestimmtes Mineralfutter dazu.

Die Rübenschnitzel sollen oder können zusätzlich doch nur gefüttert werden, um ggf. Medikamente (z.B. bei Hufrehe) unterzumischen, damit das Pferd diese besser aufnimmt. Dafür reicht dann allerdings eine kleine Menge oder man kann auch eine kleine Handvoll Heucobs nehmen.

Als Ersatzfutter (für was überhaupt?!?) finde ich es ungeeignet. Wie gesagt, dann lieber die Heumenge entsprechend anpassen.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Florelle am Juni 01, 2007, 09:08:18
Ja...das z. B. auch das Ammonium aus der Düngung. Ist auch im Pferdepipi. Oder Gülle.
Der Zucker wird herausgeschleudert, und was wird zu Rüben schnitzen gepresst.... die Schale und das Gerüst. Und Du meinst wirklich, da lagern sich keine Mineralien usw ein? Entmelassiert ist auch ein netter Begriff, das hast Du grundsätzlich in der Zuckerproduktion. Meinst Du, deshalb haben Rüben keine Nitrate? NWas sind den Möhrrüben und Co, die werden auch nicht alle BIO angebaut. Der Spinat ist auch Nitrathaltig. Deshalb kommen die Babymöhrchen aus Biologischen Anbau.

Es spricht nichts gegen einen kleine Menge Rübenschnitzel. Auch um etwas unterzumischen sind die OK. Aber mal ganz ehrlich... ein Rehekrankes Pferd braucht überhaupt keine Rübenschnitzel. Heu und Mineralien reíchen völlig aus. Rübenschnitzel werden zur Mast eingesetzt und dünne, schlechtfutterige Pferde kann man damit peppeln. EMS und Rehepferde haben schon Probleme mit dem Übergewicht, da muss man keine Rübenschnitzel zufüttern. Ein so hochwertiges Futter sind sie nicht. Eher Billig im Preis und Dickmachend. Dafür hat man sie früher verfüttert, es gab keine besseren Futtermittel. Reste wurden immer verbraucht.

Wenn man unbedingt Rübenschnitzel füttern will, dann sollte man sie lange und mit viel Wasser aufweichen. Trockenverfüttern sind Schlundverstopfung und Magenzerreissen vorprogrammiert. Die Reste gären schnell und verschimmeln, die Pötte müssen absolut sauber gehalten werden. Auch in den Tüten sind die Schnitzel schimmelgefährdet. Aus diesen Gründen werden wir keine Rübenschnitzel füttern, es gibt bessere Futtermittel. Zumal hier Kinder sind und ich nicht garantieren kann, das nicht doch was Falsches im Pferd landet.

@Jumanji... mir scheint auch, Du möchtest Deine Speedys unter die Leute bringen. Also her damit, die Analysen, Nährwettabellen usw und das Produkt vorstellen.

LG Imke
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Juni 01, 2007, 09:45:38

Hallo,

auch hier, bitte beim Thema bleiben... Unterstellungen halten wir bitte aus dem Froum raus - vielen Dank

Liebe Grüße

Sandra
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Juni 01, 2007, 10:06:42
Nein, ich möchte hier nichts verkaufen, bin aber immer wieder erstaunt über so viel Unwahrheiten.
Nitrat bleibt wasserlöslich, daran kann auch Dein Text nicht viel ändern, wenn Du mal googelst, wwirst Du es selbst lesen, auch die Empfehlungen zur Berabeitung von Karotten, die ja in der Regel nicht "entsaftet" werden zum Verzehr.Natürlich enthalten Rübenschnitzel Mineralien, z.B. Kalzium, wobei die Verwertbarkeit des Kalziums auch wieder speziell ist. Unmelassierte Rübenschnitzel können helfen die Glukose im Blut sogar zu senken-entschildige bitte das ich das jetzt hier nicht weiter ausführe- aber aus gerade diesem Grund sind sie für Rehepferde ideal. Rübenschnitzel können deshalb zur Gewichtserhöhung führen weil der Darm um so besser Nährstoffe absorbiert, je mehr Fasern er aufnimmt.Selbstverständlich sollten Rübis aufgeweicht werden, vor allem die herkömmliche Form benötigt eine ausreichende Wassermenge und ausreichende Quellzeit. Aber auch gerade die Rollenform ist das, was zu Schlundverstopfungen führen kann, bei Flocken ist die Gefahr nicht gegeben.Jeds Feuchtigkeit enthaltene Futter kann schimmeln und gären-das ist nicht neu und die Sauberhaltung der Fresspötte doch eigentlich selbstverständlich.
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: ramses am Juni 01, 2007, 10:52:19

Hey,

irgendwann hab ich mir mal angewöhnt, alles was Fabi zu fressen bekommt und nicht total wiederlich aussieht und ist, selber zu probieren. So langsam bekomme ich eine Ahnung, was ihm schmeckt. Das aber nur nebenbei... also habe ich auch die unmelassierten Rübenschnitzel probiert. Sie schmecken eigentlich sehr neutral - vielleicht ein bisschen fad... ABER sie sind mir als erstes munter im Hals stecken geblieben. Ich hab nur ein ganz kleines Stückchen von so einer Flocke abgebissen und schwupp war der Hals dicht... Ich bin von den Rübenschnitzeln wirklich ganz ehrlich überzeugt... wer aber nicht die Möglichkeit hat sorgfältigst einzuweichen, oder das Futter vor unbefugten oder Kinder zu verschliessen, der sollte lieber die Finger davon lassen. Die Gefahr sollte man dabei nie vergessen... ist mir wichtig, dass das noch mal vorgehoben wird.

Grüße

Sandra
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Jumanji am Juni 01, 2007, 13:47:58
@ Florelle: Ich bin eigentlich nur dieser Aufforderung nachgekommen:
Hallo Jumanji,

ich habe Deine beiden Beiträge in ein eigenes Thema verschoben, damit es hier übersichtlich bleibt. 
Vielleicht könntest Du uns noch kurz zusammenfassen, worauf es bei dieser Diät ankommt? Das wäre prima. Dann muss man nicht alle Beiträge aus dem anderen Forum durchlesen, bei dem es um Hufrehe geht.

Gibt es hier denn jemanden, der mit dieser Diät das "SE" bekämpfen konnte?

LG Birgit

Danke Birgit für Deine gute Moderation,danke auch an Sandra.

Rübenschnitzel gehören nicht in Kinderhände und auf jeden Fall uter Verschluss. Dennoch, und das gehört auch nur in vorsichtige Hände, können kleinste Mengen Rübenflocken auch trocken z.B. bei extremen Kotwasser, gefüttert werden. Grundsätzlic abr gilt: Einweichen!!!
Titel: Re: EMS-Diät
Beitrag von: Florelle am Juni 01, 2007, 20:09:05
...auch wenn ich hier jetzt wieder Ärger bekomme...  über Nitrate und andere Kohlenstoffverbindungen brauchen wir ja nicht weiter reden. Es interresiert ja außer Jumanji  :bussi: offensichtlich niemanden.

Ich möchte jetzt nicht auch noch rumgoogeln und irgend etwas finden, was irgendwie passen könnte, sondern ich interessiere mich schon für die EMS Diät Rübenschnitzel und möchte sehr gerne wissen, was daran anders ist.  Was ist anders an diesen Speed Beets zu den normalen Zuckerüben schnitzeln, außer im Zuckergehalt. Sind da noch Zusätze drin? Vitamine, Mineralien....?

Jumanji scheint da Erfahrungen mit den Produkten zu haben und auch andere schreiben über ihre Produkte.

Was macht also diese Speedis so besonders, damit EMS usw Pferde diese fressen können? Ich möchte jetzt einfach mal überzeugt werden auch um einen Meinung bilden zu können.

Deshalb winke ich jetzt mal rüber zu Jumanji:  :winky: gerne auch als PM. Oder so.

LG Imke