Autor Thema: Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide  (Gelesen 14560 mal)

liten_stjerne

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« am: August 23, 2006, 21:05:21 »
Hallo
Bin gerade auf diese Seite gestoßen.
Ich würde gerne wissen, ob jemand von euch schon Erfahrung mit folgender Fütterung hat:
Eine Freundin berichtete mir ihrem Isländer ginge es viel besser seitdem sie ihn auf Gerste und Hafer (jeweils nur eine Hand und hauptsächlich, damit er das Mineralfutter frisst), Mineralfutter mit bioverfügbaren Mineralien und Fermentgetreide umgestellt hatte.
Dies wurde ihr vom TA empfohlen und auch die THP hat es abgesegnet.  
 Der TA sagte, dass in Müsli oder Pellets oft versteckte Allergene enthalten sind und daher pures Getreide besser geeignet sei. Und die geringen Mengen an Hafer und Gerste würden in keinem Fall zu viel Eiweiß liefern.
Nun überlege ich, dies auch mal zu probieren.
Mein Isländer ist nicht allergisch auf Hafer oder Gerste dies ist mal getestet worden.
Falls jemand mit einer solchen Fütterung Erfahrung hat, würde ich mich freuen, wenn ihr eure Erfahrung mit mir teilen würdet.
Lieben Gruß, liten_stjerne  [/color]  :galopp:

Offline Florelle

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #1 am: August 23, 2006, 21:32:57 »
Hi...und herzlich Willkommen!  :blumen:

Hafer und Gerste sind nicht schlecht. Auch das Fermentgetreide.
Bei den Fertigfuttermischungen werden oft künstliche Aromen (damit die Tüte auch noch nach 6 Wochen nach Kräuterwiese duftet...) und Mineralien versetzt. Oder eben irgendwelche Kräuterzusätze, die kein Pferd braucht. (Aber die Besitzer als...guck mal wie es duftet...so toll finden.)

Weil die Pferde nur wenig davon fressen, werden die Mineralien und Vitamine hochdosiert. Empfeindliche Pferde können darauf mit vermehrten Schubbern reagieren. (Mineralbrocken!)

Aber.... jedes Pferd ist anders. Der eine verträgt Müsli problemlos, der andere frisst nach 3 Tagen das Zeug nicht mehr und der Dritte scheuert sich vermehrt. Da heißt es ausprobieren und das Pferd beobachten.

LG Imke
Florelle * im Mai 2000, Haflinger, Ekzem seit 2004,
Hanni  (ca. 35 Jahre +), Shetty, Ekzem unbekannt.
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saedis

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #2 am: August 24, 2006, 10:33:20 »
hallo du,

meine pferde leben mit hafer und mineralfutter sehr gut. das ekzem durch haferfütterung begünstigt würde, kann ich bei meinen beiden NICHT feststellen.

gerste hingegen füttere ich nicht. war auf diversen futterseminaren - ich kopier dir die dinge rein, die ich mir damals immer mitgeschrieben habe:

- Gerste als Kraftfutter für Pferde geeignet, da langsamer aufgeschlossen v.a. als Grundversorgungsfutter.
- Eiweißarm (nur Braugerste), aber hochwertige Aminosäurenzusammensetzung.
- Stärke wird langsam verdaut, Stärkeaufschluss im Dickdarm kann zu Verdauungsstörung, Rehe und Kolik führen.
- harte Körner werden von manchen Pferden nicht gut gekaut, Krampfkolikgefahr.
- Mechanischer /thermischer Aufschluss erforderlich.
- plötzliche größere Mengen Gerste lösen z.T. Rehe aus, da sich Verdauung erst umstellen muss.

Ganze Gerste weist eine Verdaulichkeit von knapp über 20% auf, ganzer Hafer hingegen liegt bei 85% (gequetschter übrigens bei 86%)
zu finden u.a. im Kienzle, E u.a. (1997): Morphology of starch digestion in the horse  Dass das für den Verdaunungstrakt nicht gerade gesund ist, zeigen doch schon alleine diese Zahlenverhältnisse.

hoffe dir damit nen anschubs gegeben zu haben  :winke:

Offline ramses

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #3 am: August 24, 2006, 10:46:02 »
Seadis, das ist spannend....
Die Verdaulichkeit von ganzem und gebrochenem Hafer unterscheidet sich nur gering. Das hab ich noch nicht gewußt und hätte es auch nicht erwartet. Man lernt nie aus... Danke

Gruß

Sandra

Fabian *08.04.1992  -  Haflinger -  Sommerekzem seit 2001 -  Haltung: Offenstall in Ostfriesland / im Sommer mit begrenzetem Weidegang -
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Offline Jammie

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #4 am: August 24, 2006, 13:36:45 »
da hab ich auch noch eine weitere frage zu dem thema :-)
angel ist ziemlich gut im futter und kommt bald auf gut bewachsene wiesen. sie wird dann eigentlich kein kraftfutter mehr brauchen. die mineralien möchte ich aber umbedingt füttern, sowie halt möhrchen oder mal einen apfel. und da wollte ich euch fragen, was ihr meint, welches mineralfutter da am besten ist. was halt irgendwie so gut wie alles abdeckt, mit dem das pferd versorgt werden sollte. oder kann man das so pauschal nicht sagen?

saedis

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #5 am: August 24, 2006, 17:18:56 »
Zitat von: "Jammie"
kommt bald auf gut bewachsene wiesen. sie wird dann eigentlich kein kraftfutter mehr brauchen.


warum braucht sie dann kein krafu mehr? wird sie dann nicht mehr geritten?

mineralfutter ist immer so eine sache - ich empfehle ungern "einfach nur so" ein bestimmtes. einfach weil ich die restlichen gegebenheiten nicht kenne und auch das pferd nicht mit eigenen augen gesehen habe *grins*

ein mifu welches zur reinen weidenhaltung (überständiges gras, geh ich jetzt mal von aus) und nix weiter zufütterung passt; gibt es eigentlich nicht. zumal das jetzt wachsende gras garantiert nicht ausreicht als alleiniges grundfutter. behaupte ich jetzt mal so in den raum rein. jetzt fängt schon wieder die feuchte witterung an - vielfach finden sich schimmelpilzsporen jetzt im hoch gewachsenen gras - fructangefahr auch nicht zu unterschätzen.  ich würde  immer heu dazufüttern - jetzt - bei reiner wiesenhaltung.

aber: besser überhaupt ein mifu gefüttert als garkeins *grins*. meiner meinung nach - weil die heutigen böden garnicht mehr das abgeben, was ein pferd an mineralien und spurenelementen braucht/fordert.

liten_stjerne

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #6 am: August 24, 2006, 18:21:09 »
Hi Jammie
 Ich stimme Saedis völlig zu, DAS mineralfutter gibt es wohl nicht, kommt wohl sehr aufs Pferd und seine/ihre Bedürfnisse (Belastung, etc an) an.

Ichfür meinen Teil, kann aber von Lexa das Derma Mineral empfehlen.
Ich achte immer darauf, dass Vitamine und Mineralien in bioverfügbaren Form vorliegen, den viele Pferde haben Probleme so wichtige Spurenelemente (besonders für Ekzemer) wie Zink, Kupfer und Selen in anorganischer Verbindung aufzunehmen.

Vielleicht hilft dir das ja irgendwie......

mgross

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #7 am: August 24, 2006, 20:38:43 »
Hallo!
Kann zum Thema Mineralfutter Folgendes hinzufügen:
In der Cavallo August-Ausgabe habe ich gerade einen Artikel dazu gelesen. Demnach soll Gras die beste natürliche Mineralstoffquelle sein und ein Pferd, das keine Höchstleistungen vollbringen muss und nicht wie Distanz oder Militarypferde durch das extrem starke Schwitzen einen sehr hohen Elektrolytverlust hat, braucht auch kein spezielles Mineralfutter.
Zusätzliche Mineralien werden nicht verwertet, sondern über die Nieren ausgeschieden.
Meine Stute bekommt nur einige handvoll Müsli oder Pellets (ich wechsle immer wieder mal) am Tag, damit sie halt auch was hat, wenn die anderen ihr Kraftfutter bekommen und als Belohnung nach dem Reiten (sie wird täglich geritten).
Zusätzliches Mineralfutter bekommt sie nicht. Sie hat täglich 2 - 3 Stunden Weidegang (auf recht fetten Weiden) und bekommt täglich ein paar Karotten, Äpfel, Bananen und/oder Brot (je nach dem, was gerade da ist). Ihr geht's damit sehr gut, vor allem, dass sie nur mehr kleine Kraftfuttermengen bekommt, hat sich positiv auf ihren allgemeinen Gesundheitszustand ausgewirkt (wir hatten früher immer wieder Probleme mit Mauke, seit einem Jahr ist alles in bester Ordnung).
Eine Standardempfehlung für die richtige Fütterung gibt's meiner Meinung nach nicht. Sie muss auf jedes Pferd individuell abgestimmt werden.
Da muss jeder selber probieren, was seinem Pferd gut tut und was nicht.
LG Mari

Offline Jammie

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« Antwort #8 am: August 25, 2006, 14:28:14 »
ok, ich hab wahrscheinlich etwas zu wenign erzählt. angel wird wneig geritten bzw wenn nur freizeitmäßig. ich möchte ihr ein paar ,,flöocken" müsli füttern, aber wirklich nur ganz wenig. sie wird mehrere stunden auf gras stehen und ist SEHR gut im futter. ich hab halt immer gehört dass es wichtig ist mineralfutter zu füttern, was ich im moment auch tue...... gerade bei ekzemern.....

liten_stjerne

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #9 am: August 25, 2006, 15:35:39 »
Hi Jammie

Du kannst ja einfach mal versuchen kein Mineralfutter zu füttern und wenn es deinem Pferdchen gut geht nach gewisser Zeit einfach mal einen Bluttesst machen lassen. Der wird dir gut Auskunft geben, ob dein Pferd ausreichend versorgt ist.
Denn wie schon erwähnt wurde, zuviel Mineralfutter schadet mehr als das es nützt. Und unsere Ekzemer haben eh schon genug mit Giftstoffen im Körper zu tun, die Leber und Niere belasten...

Ich mache immer Anfang der Ekzemsaison und etwa 1 Monat nach Ende der Saison und bin so eigentlich immer ganz gut informiert.

Offline Jammie

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« Antwort #10 am: August 25, 2006, 17:30:13 »
danke für dne tip :-). einen bluttest wollte ich eh mal machen lassen. dann lass ich, wenn mein mineralfutter alle ist, es mal weg und gib ihr nur mörhchen etc und halt gaaaanz wenig marstall und dann warte ich etwas und mach einen bluttest.
danke für die hilfe :-).

saedis

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #11 am: August 25, 2006, 19:43:17 »
hi ihrs,

a) was in einer wiese "drin" ist - oder was nicht (egal ob "fett" oder "mager") vermag das menschenauge nicht zu sehen - dafür muss schon eine bodenanalyse z.b. von der lufa her.
schonmal wer gemacht? *grins*

b) ein bluttest ist immer nur eine momentaufnahme - gerade im bereich mineralversorgung finde ich persönlich einen solchen als überhaupt nicht aussagefähig. klar kann man mängel sehen - aber auch nur, die zum zeitpunkt der blutabnahme bestehen.
will sagen: bekommt pferd mittags seine mineralien gefüttert - und am nächsten morgen auf nüchternen magen blut abgenommen - was wird man im blutbild sehen? mängel überall.
füttert man kurz vor der blutabnahme (mal ganz überspitzt gesagt) - was wird man sehen? alles im grünen bereich.
zusätzlich sind nur 0815 stoffe im normalen blutbild mit ausgewertet - alles andere nur auf anfrage und kostet je nach differenzial zwischen 10€ - 35€ extra.

für eine halbwegs vernünftige aussage, ob ein mineralmangel vorliegt oder nicht, hat sich die haarmineralanalyse bewährt. sollte allerdings von einem "guten" labor gemacht werden - auch hier sind einige schwarze schaafe unterwegs.
damit erkennt man den mineralhaushalt der ca. letzten 3 monate - weil alle stoffe in den haaren "gespeichert" bleiben.

nur so als gedanke zum anschubsen  :winke:

schönes wochenende...

Offline Jammie

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #12 am: August 26, 2006, 18:43:45 »
hmm das problem ist hier, dass jeder eine andere meinung vertritt bzw. dass man das halt nicht so individuell sagen kann.
ich denke ich werde ein pferd einfach beobachten und einen bluttest werd ich eh mal machen..... im moment sieht sie gesund aus und ich werd mich nochmal privat über tierärzte etc. schlau machen was sie für eine fütterung empfehlen.....
danke für eure antworten  :winke:

Offline Gaprice

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Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #13 am: August 26, 2006, 18:52:55 »
Hey Jammie,

ich glaube da hast du ganz recht. Lese dich mal ein bisschen rum und hole dir noch mal proffesionellen Rat.

Ich habe z.B. auch wieder die Meinung das ein Bluttest nicht viel sinn macht, da es wirklich nur eine Momentaufnahme ist. Wenn dann ein Mangel entdeckt wird, wird das mehr(nach berrechnung) gefüttert. Aber es genau so gut sein, dass es nach eine Woche eigentlich schon wieder zu viel ist.
Ich würde dann auch eher eine Haaranalyse machen, da wie Seadis schon sagte, die Werte über ein längeren Zeitraum gesehen werden können. Bei Bluttests ist es auch so das jede Einzelheit aus der Umgebung Einfluß haben kann.

@Seadis
Hast du vielleicht noch den Link von den TP die Haaranalysen macht? Ich kann den nicht mehr finden. Wenn ich mich recht erinnere gab es drei Sorten von Analysen (klein bis groß), welchen machst du denn?

 :knuddel:
Leonie
Gaprice, *2003, Alt-Oldenburger/Ostfriese, SE seit 2005, Klassische Homöopathie, Offenstall in Niedersachen (Moorgebiet)

Pferdeverstand: das, was Pferde davon abhält, auf künftiges Verhalten der Menschen zu wetten.

Offline Kajana

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Re: Gerste, Hafer, Mineralfutter und Fermentgetreide
« Antwort #14 am: Mai 18, 2016, 11:48:56 »
Hallo zusammen,

ich würde gern dieses Thema mit einer neuen Frage an Euch nochmals aufgreifen:

Bailador bekommt Schüßler-Salze, mit denen ich gute Erfahrungen habe   :super: und die er eigentlich übers Kraftfutter bekommen soll. Leider ist er, was das Kraftfutter angeht, ausgesprochen wählerisch.   :sad: Ich habe schon alle möglichen Sorten - ob mit, ob ohne Getreide, ob mit oder ohne die Schüßler-Tabletten - ausprobiert, aber so richtig frisst er nichts mit Begeisterung und lässt auch mal was zurück. Er liebt Heu und Silage über alles   :smile: und verzichtet dafür durchaus mal auf Kraftfutter, Hafer und Karotten. Momentan bekommt er die Schüßler-Salze mit Gerste, denn die schmeckt ihm momentan richtig gut. Wenn ich an einem anderen Tag getreidefreies Kraftfutter serviere, merke ich deutlich, dass ihm das nicht so richtig schmeckt, das gleiche gilt übrigens für Hafer (!!!)  :gruebel:.

Von daher wäre es gut, auch weiterhin die Schüßler-Salze mit Gerste zu geben. Ich bin mir aber mit der Gerste unsicher in Bezug auf die Hufrehe-Gefahr.   :gruebel: Er bekommt nur ungefähr 250 g am Tag, halt eine kleine Menge, die ausreicht für die Schüßler-Salze. Trotzdem bin ich ein wenig unsicher.

Mich würde interessieren, wer von Euch hier eine gute Idee für mich hätte.

Liebe Grüße
Kajana

(P.S.: Schüßler-Salze sind kleine Tabletten, die sich im Mund auflösen, es hat nichts mit Salz im Sinne von Kochsalz zu tun.)
Bailador, P.R.E.-Wallach, geb. 2000 in Spanien, in Deutschland seit 2009, bei mir seit 1/2010, SE ab Sommer 2010, 24 Std. Koppel im Sommer;
Behandlung: Ekzemerdecke, Desensibilisierung, Schüßler-Salze, Grindolan, Aldi-Lotion.